Erhalt der Künstlersiedlung


Spendenkonto:

Sparkasse Gelsenkirchen

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BLZ: 420 500 01

    


Der Verein Künstlersiedlung Halfmannshof e.V. kann als eingetragener gemeinnütziger Verein auf Wunsch Spendenquittungen ausstellen!
Bitte wenden Sie sich dazu an uns:
Kontakt

Die Künstlersiedlung Halfmannshof gehört seit 80 Jahren zu den unverwechselbaren Einrichtungen, die der Stadt Gelsenkirchen ihre Persönlichkeit, ihr Gesicht verleihen. Sie ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und erfährt in Fachkreisen höchste Anerkennung und höchstes Lob. Sie prägt die Gemeinde der bildenden Künstler in Gelsenkirchen.

Bis 1928 war der Halfmannshof ein Bauernhof. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1486 im Schatzbuch der Grafschaft Mark. Die Stammliste der Besitzer des Hofes mit dem Namen Halfmann lässt sich vom etwa 1640 geborenen Johann Halfmann achter den Berg bis zum Tode des letzten Bauern Hugo Halfmann im Jahre 1928 rekonstruieren. Im Jahr 1931 entschied sich die Stadt auf Initiative des damaligen Sozialdezernenten Dr. Wendenburg in der seit dem Tod von Hugo Halfmann langsam verfallenden historischen Anlage eine Künstlersiedlung einzurichten.

Von Anfang an war die Künstlersiedlung Wohn- und Arbeitsort für Künstler und Kunsthandwerker unterschiedlicher Genres und gleichzeitig Austellungs- und Veranstaltungsort. Bis ins Jahr 1956 diente eine Hälfte der ehemaligen Remise, in der der Bauer Halfmann früher seinen stattlichen Wagenpark untergebracht hatte, als Ausstellungsraum. 1956, zum 25-jährigen Jubiläum der Künstlersiedlung wurde das neue Ausstellungsgebäude nach Entwürfen des Halfmannshöfer Architekten Ludwig Schwickert vollendet. Das Ausstellungs- und Ateliergebäude ist in seiner schlichten Ausführung in Glas und Beton ein herausragendes Beispiel für die Architektur der Fünfziger Jahre. Neben einer durchgehenden zusammenhängenden Ausstellungsläche von rund 160 Quadratmeterns sind hier 5 Künstlerateliers und weitere Nebenräume einschließlich Toilettenräume untergebracht. Die gut 30 Meter breite Glasfront ist auf die zentrale große Freifläche der Künstlersiedlung ausgerichtet. Dadurch sind kombinierte Veranstaltungen, die gleichzeitig im Ausstellungsgebäude und der parkähnlichen Hofanlage stattfinden besonders gut möglich. Bei zahlreichen Events wie dem Bildhauersymposium im Jahr 2006, den regelmäßigen Kinderkunstausstellungen, Konzerten in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater, der Ausstellung "Renature" des KVR im Jahr 2010 und Sommerfesten kam diese Kombination aus Innen- und Aussenraum eindrucksvoll zum Tragen.

Neben einer demokratischen, gewachsenen Selbstverwaltung, dem Schaffen ihrer Künstler, offenen Ateliers, kontinuierlicher Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Einrichtungen bei der Jugendarbeit und anderen kulturellen und sozialen Themen, Sommerfesten, Musikveranstaltungen, Dichterlesungen und dem traditionellen Kunstmarkt am ersten Adventswochenende, der 2011 zum 37. Mal stattgefunden hat, bietet die Künstlersiedlung Gastkünstlern seit Jahrzehnten die Möglichkeit zu kostenlosen Ausstellungen und Kontakt mit dem Bürger. Die Ausstellungen in der Künstlersiedlungen sind eintrittsfrei.

Der Verein "Künstlersiedlung Halfmannshof e.V." organisiert all dies - einschließlich des Einwerbens von Sponsorengeldern - seit 1948 durch die ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit seiner Mitglieder.

Durch ein Konzept der Stadt, das unter Federführung des städtischen Kulturamtsleiters, Dr. Volker Bandelow in enger Zusammenarbeit mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGW erstellt wurde, ist der weitere Bestand der Künstlersiedlung zum ersten Mal in ihrer 80-jährigen Geschichte akut bedroht. Die zukünftige Gestaltung als "Kreativquartier" wird neu und vornehm und teuer und exklusiv. Die Bezeichnung "Kreativquartier" dient dabei als "Feigenblatt". Wenn man es entfernt, kommt eine exklusive Eigenheimsiedlung zum Vorschein. Deshalb stellt Dr. Bandelow seine Kreation lieber "mit" vor.

Auf die bildenden Künstler, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz und ihr Werk die Künstlersiedlung über Jahrzehnte entscheidend geprägt, gelebt und erlebbar gemacht haben, wird dabei keine Rücksicht genommen: Sie sollen das, was ihr Leben ausmacht, das wo sie hineingewachsen sind und das sie (mit-)gestaltet haben, verlieren. Ihre Rückkehr in das neue Luxusquartier nach dem Umbau ist nicht vorgesehen. Sie werden zugleich mit ihren Wohnungen auch ihre Arbeitsstätten verlieren. Die Stadt zeigt in diesem Punkt keinerlei Gesprächsbereitschaft, hält diese Vorgehenweise aber für "sozialverträglich".

Mit den in ihr lebenden und sie (mit-)gestaltenden bildenden Künstlern, verlieren auch zahlreiche junge Künstler, denen die Künstlersiedlung seit Jahrzehnten eine kostenlose Ausstellungsplattform bietet, eine wichtige Ausstellungsmöglichkeit.

Schon seit Dezember 2010 hält die Stadt sich nicht mehr an die seit 1948 praktizierte Verfahrensweise, wonach der Verein über die Neuvergabe freier Wohnungen und Ateliers verfügt. Dadurch werden schon jetzt einige Wohnungen und Ateliers entgegen ihrem Verwendungszweck als Teil der Künstlersiedlung genutzt. 3 Wohnungen und Ateliers könnten sofort an junge Künstler neu vergeben werden, wenn die Stadt dies nicht blockieren würde. Stattdessen werden zwei Wohnungen (und auch ein Atelier) zurzeit von wechselnden Schauspielern des Musiktheaters und Verwandten und Bekannten, des seit Ende 2010 in Dortmund lebenden ehemaligen Halfmannshöfers Pedro Malinowski bewohnt. Das ehemalige Daniel-Atelier steht leer. Der Verein und die ansässigen Künstler erfahren von neuen Bewohnern der Künstlersiedlung nur noch durch den Möbelwagen, von der Stadt werden sie darüber nicht mehr informiert.

Im Dezember 2011 hat die Stadt 8 Künstlern der Siedlung ihre Ateliers gekündigt, einigen zum 30. Juni 2012, einigen schon zum 31. März 2012. Dabei wurden die Ateliers im Ausstellungsgebäude schon zum 31. März gekündigt, was darauf hindeutet, dass die Stadt mit dem Abriss des Ausstellungsgebäudes beginnen will, um die dort vom Bandelow-Konzept vorgesehenen Nobel-Eigenheime von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GGW errichten zu lassen. Dadurch würde das Ruhrgebiet einen über seine Grenzen hinaus bekannten eigenwilligen und einmaligen, gewachsenen Ausstellungsort für immer verlieren. Die Stadt scheint darauf zu brennen, der Liste ihrer "Abrisssünden", von der der alte Gelsenkirchener Bahnhof die wohl bekannteste darstellt, ein weiteres Beispiel für die erschreckende Geschichtslosigkeit ihrer Politiker hinzufügen.

Dabei bietet die Künstlersiedlung, fast exakt an der offiziellen Landmarke an der B 227 gelegen, die den geographischen Treffpunkt der drei Rurgebietsstädte Essen-Gelsenkirchen-Bochum bezeichnet, inmitten des sich des durch Renaturierung entstandenen im Städtedreieck entwickelnden Erholungsgebiets und eines städteverbindenden Radwegenetzes (ca. 10 km Radweg bis zur Zeche Zollverein) in idyllischer Lage alle Chancen zur Entwicklung!

Beim Kampf um den Erhalt der achtzigjährigen einmaligen, das Gesicht der Stadt mitbestimmenden Kultureinrichtung, ist der Verein auf anwaltliche Beratung angewiesen. Solange die Stadt zu keinerlei Gesprächen bereit ist, sind Prozesse zum Erhalt der Künstlersiedlung unvermeidbar. Am 5. Januar hat der Verein eine erste Klage beim Verwaltungsgereicht Gelsenkirchen eingereicht, mit der die Rechtmäßigkeit des Vorgehens der Stadt überprüft werden soll. Gleichzeitig will der Verein den Kunstbetrieb in der Künstlersiedlung unverrändert aufrechterhalten.

Beim Kampf um den Erhalt des Halfmannshofes sind wir deshalb auf Ihre Unterstützung angewiesen - auch auf Ihre finazielle Unterstützung. Jeder Cent zählt. Vom kunstinteressierten Bürger bis zum Großkonzern bitten wir alle, uns beim Erhalt der Künstlersiedlung zu unterstützen!

Fassen Sie sich ein Herz!

Mit Ihrer Hilfe kann es gelingen, dass die Künstlersiedlung nicht zu einem weiteren Beispiel für die Abrisssünden der Stadt wird, sondern eines für den glücklichen Erhalt historischer Gelsenkirchener Baudenkmäler. Ironischerweise sollte das Gebäude, in dem sich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen befindet, selbst einst abgerissen werden. Seine Rettung verdankt das Gebäude dem Einsatz engagierter Bürger. Heute zählt es zu den wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt und beherbergt eine wichtige Institution zum Schutz der Bürgerrechte!

Mit ihrer Hilfe wird es gelingen die Künstlersiedlung Halfmannshof als wichtigen Kulturraum im Ruhrgebiet zu erhalten.