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Die GGW gibt vor, verhandeln zu wollen, klagt aber unmittelbar vor
dem Gesprächstermin. Der Verein sagt daraufhin die vereinbarten
Gespräche ab. Würde die GGW ihre Gesprächsbereitschaft ernst
meinen, so hätte sie mit ihren Klagen die Ergebnisse der Gespräche
abgewartet.
Freitag, den 27. April hat der erste Künstler des Halfmannshofes
eine Räumungsklage von der GGW erhalten. Dies geschieht in einer
Situation, in der Verein und GGW bereits einen Gesprächstermin
vereinbart hatten. Am Mittwoch, dem 2. Mai, wollte man sich um 15
Uhr in den Räumen des Anwalts der GGW treffen, um über die
unterschiedlichen Standpunkte für die zukünftige Nutzung der
Künstlersiedlung zu reden. Die Künstler sind nun irritiert und
fühlen sich unter Druck gesetzt. Man klagt doch nicht ein
paar Tage vor einem bereits vereinbarten Treffen, indem beide
Seiten den Versuch einer außergerichtlichen Lösung anstreben.
Dasselbe Verhalten legten Stadt und GGW auch schon im laufenden
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht an den Tag. Die Stadt hat das
Mediationsverfahren abgelehnt, zu dem der Verein bereits sein
Einverständnis erklärt hatte.
DIe Stadt behauptet zwar, die Künstler an den weiteren Planungen
für die Umgestaltung teilhaben lassen zu wollen. Auf der
Ratssitzung am 20.11.2011 hatten der Kulturaussvorsitzende Dr.
Pruin (SPD) und der Kulturdezernent Dr. Beck (SPD) dies
zugesichert. Die WAZ berichtete darüber. Zurzeit arbeitet
die Stadt ihre Pläne für den Halfmannshof aber genauso heimlich
weiter aus, wie auch Dr. Bandelow sein Immobilien-Konzept für die
Künstlersiedlung, Hand in Hand mit der stadteigenen
Baugesellschaft GGW, schon unter Ausschluß der Öffentlichkeit
erstellt hat. Seit März 2010 haben die Künstler des
Halfmannshofes die Stadt immer wieder um Gespräche zur Situation
der Künstlersiedlung gebeten. Bislang ist die Stadt aber
trotz öffentlicher Versprechungen nicht zu Gesprächen mit den
Künstlern bereit. Stattdessen versucht die GGW den
Rauswurf der Künstler aus dem Halfmannshof, wie vom
Kulturamtsleiter Dr. Bandelow geplant, durchzuziehen. Der bereits
vereinbarte Gesprächstermin ist für sie dabei kein Hinderungsgrund.
Seit November 2010 entzieht die Stadt der Künstlersiedlung
schrittweise ihre Rechte und ihre Autonomie, die über 80 Jahre
Bestand hatten und bislang von jedem OB akzeptiert, meist sogar
gefördert, wurden. Erst das Triple-B-Gespann will das
Totengeläut für die Künstlersiedlung einläuten.
Dafür kann es nur einen einzigen Grund geben: Die
Künstlersiedlung liegt inmitten einer schönen, ruhigen
Villengegend und gleichzeitig in Nähe zum Stadtzentrum. An
dem geplanten Bau von Luxus-Eigenheimen dort, wo seit 1956 das
schöne Ausstellunggebäude der Künstlersiedlung steht und bis heute
vielfältige Kulturveranstaltungen stattfinden, soll die
stadteigene Baugesellschaft GGW kräftig verdienen. Die
Stadt behauptet scheinheilig, durch dieses Immobiliengeschäft die
künstlerische Bedeutung der Künstlersiedlung stärken zu wollen.
Aber das ist eine reine Schutzbehauptung, um beim Abriss der
weithin bekannten Künstlersiedlung den Widerstand in der
Bevölkerung möglichst gering zu halten. Kein
Kulturzentrum gewinnt dadurch an Bedeutung, daß man seinen
eigentlichen Kern, und das ist für die Künstlersiedlung die
Ausstellungshalle, in der die meisten Aktivitäten stattfinden
und ohne die es die "Spindel-Ära" nicht gegeben hätte,
abreißt und das Grundstück auf den freien Immobilienmarkt wirft. Wir
wollen die Bedeutung der Ausstellungshalle und die sonderbare
Argumentation des Kultur?amtes anhand eines rein fiktiven Beispiels
verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, die Kirche will die
Einrichtungen einer Kirchengemeinde aus Kostengründen verkleinern.
Unser fiktiver Bischof ist besonders kreativ. Um sich nicht zuviel
Ärger einzuhandeln, beschließt er, die Gemeinde nicht einfach zu
schließen, sondern sie "nur" für wirtschaftliche Zwecke zu
"öffnen". Die meisten, die davon hören, finden das zunächst ganz
vernünftig. So könne gespart werden und die Gemeinde dennoch
erhalten bleiben. Unter den Gemeindemitgliedern macht sich
allerdings Empörung breit, als sie genaueres über die Pläne
erfähren. Danach sollen das eigentliche Kirchenschiff und das
Gemeindezentrum dem Bagger weichen, um Villen Platz zu machen, die
der Bischof zu Geld machen will. Lediglich ein kleiner Rest, der
Kirchturm und die sanierungsbedürftige Sakristei, sollen erhalten
bleiben. Die entsprechenden Rückfragen der Gemeinde beantwortet
der Bischof damit, daß durch diese Maßnahmen der zukünftige
Gottesdienstbesuch in der betroffenen Gemeinde gestärkt werden und
die Gemeinde zu einem ganz besonderen spirituellen Zentrum
ausgebaut werden und als "Leuchtturm" für andere Gemeinden dienen
solle. Mal ehrlich. Würden Sie in diesem Fall nicht annehmen,
der Bischof habe zu tief ins Glas geschaut? Wenn Ihnen aber das
Gelsenkirchener Kultur?amt erzählt, daß durch den Abriss der
Ausstellungshalle und die anschließende Bebauung mit
Luxuseigenheimen, die kulturelle Bedeutung der Künstlersiedlung
gesteigert werden solle, dann glauben Sie das?
Die Gelsenkirchener Sozialdemokraten betreiben hier eine
Politik, für die sich die FDP bundesweit zu Tode schämen würde. (Mit
Ausnahme von Herrn Kubicki vielleicht, der wahrscheinlich zugeben
würde, daß es sich bei dem Plan ganz einfach um Bockmist handelt.)
Der sonst so beliebte Gelsenkirchener OB Baranowski zeigt sich als
Hardcore-Neo-Liberalist: Villen statt Ausstellungshalle, die
Künstler setzt man kurzerhand auf die Straße; wer nicht freudig
einen Mietaufhebungsvertrag unzerzeichnet, wird als nicht
gesrächsbereiter Querulant diffamiert; Kündigungsklagen statt
"Runder Tisch".
Die Gelsenkirchener Kulturpolitik beschränkt sich in
zunehmendem Maße auf die Rennomierprojekte Musiktheater,
Musikschule und Consol-Theater, die jährlich mit zweistelligen
Millionenbeträgen gefördert werden. Für den Rest
gilt: gelegentlich ein paar Euro, damit man in der Presse
weiterhin so tun kann, als nähme man seine kulturpolitische
Verantwortung noch war. Von sinnvoller kontinuierlicher
Kulturförderung fehlt zunehmend jede Spur - abgesehen von den
großen, teuren Angeber-Projekten. So, wie wir als kleine Jungen
mit Karten, auf denen Autos unter Angabe ihrer technischen Daten
abgebildet waren, gespielt haben: "Meiner hat 250 PS", können
damit Oberbürgemeister miteinander spielen: "Meins hat 200
Quadratmeter Glasfront, bltzt und blinkt wie eine Bordelltür, wird
zu 90% subventioniert, und ich kanns von meinem Schreibtisch aus
sehen." Anders jedenfalls läßt sich die Ungerechtigkeit der
Geslenkirchener Kulturförderung nicht verstehen. Während
für die Prestigeprojekte keine Summe zu hoch scheint und jede
Kritik hieran als Sakrileg hingestellt wird, wird den kleinen,
aber genauso wichtigen, Kultureinrichtungen der Geldhan zugedreht.
Dabei bricht das Musiktheather bei einer Kürzung von 50.000 Euro
nicht zusammen, während sie für die Künstlersiedlung zum Beispiel
das Ende bedeutet.
Die Gesprächsbereitschaft von Stadt und GGW existiert
offensichtlich nur in vollmundigen Statements an die
Öffentlichkeit. Weder die öffentliche Diskussion, noch die
Einbeziehung der Betroffenen ist erwünscht.
Da der GGW die elementaren Umgangsformen für ein zivilisiertes
Miteinander offensichtlich unbekannt sind, sagt der Verein das
Gespräch, zu dem er vor der Kündigungsklage bereit war, ab.
Wir bedauern, daß der aussergerichtliche Umgang mit der GGW so
schwierig ist. Wir haben alles dafür getan.
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3 Tage nach dem gelungenen
Kunstmarkt, 5 Tage nachdem die Vereinskünstler Gespräche
angeboten hatten, 41 Tage nach dem Ratsbeschluss zur weiteren
Planung, 3 Monate nach der Vorstellung des Bandelow-Konzepts, 4
Tage vor dem zweiten Advent und genau 24 Tage vor
Heiligabend hat die ggw den Künstlern des Vereins
"Künstlersiedlung Halfmannshof e. V.", Barbara
Echelmeyer, Rolf John und Helmut Kloth ihre
Ateliermietverträge zum 31. März bzw. zum 30. Juni Jahres 2012
gekündigt. 5 weitere der zurzeit insgesamt 9 im Halfmannshof
lebenden und arbeitenden Künstler hatten sich laut WAZ schon im
Vorfeld mit der GGW geeinigt, um sich eine Kündigung zu ersparen.
1 weiterer Künstler sitzt im Eigentum. Die gekündigten
Mieter setzen nun auf die Gerichte und die Öffentliche Meinung.
Sie wollen gemeinsam mit der BI auch weiter für den Erhalt des
Halfmannshofes als Künstlersiedlung kämpfen. Da
die Ateliers in der Ausstellungshalle schon zum 31. März
gekündigt wurden, muss man annehmen, dass Kulturamt und ggw
darauf brennen, die Ausstellungshalle abzureißen. (Als Ersatz ist
irgendeine "Besenkammer" im alten Fachwerkhaus
vorgesehen. Aber auch das nur, wenn der Stadt aus dem völligen
Umbau des Fachwerkhauses und des Schmiede-Keramik-Gebäudes und
der anschließenden Unterhaltung keine Kosten entstehen!) Zu
der Frage, wie ohne Ausstellungshalle in Zukunft noch kulturelle
Veranstaltungen in der Künstlersiedlung stattfinden sollen, hat
sich das Kulturamt nach wie vor noch nicht geäußert. Bislang
liegt ein Kulturkonzept für die Künstlersiedlung nicht vor. Im
Bandelow-Konzept wird nur der Bau von Eigenheimen geregelt.
Am 25.11.2011 hatte der Vorsitzende
des Vereins, Helmut Kloth, der ggw die Gesprächsbereitschaft der
Vereinskünstler signalisiert. Allerdings waren die
Künstler nur dazu bereit, gemeinsam mit der ggw zu sprechen.
Schließlich hatten der Gelsenkirchener Kulturdezernent Dr. Beck
und der Gelsenkirchener Kulturausschussvorsitzende Dr. Pruin auf
der Ratssitzung am 20.11.2011 die Ausarbeitung eines
Kulturkonzepts für die Künstlersiedlung Halfmannshof
versprochen, in die die Künstler in Form eines "Runden
Tisches" einbezogen werden sollten. Schließlich wird im
Bandelow-Konzept behauptet, es gehe um die nachhaltige Sicherung
der Künstlersiedlung. Doch
leider scheinen, auch öffentlich oder schriftlich gemachte,
Aussagen Gelsenkirchener Kulturpolitiker keinen Schuss Pulver
wert zu sein! Weder das Kulturamt noch die ggw wollen sich an
die der Öffentlichkeit und den Künstlern gegebenen Versicherungen
halten. Statt sich, wie in der Ratssitzung angekündigt, nun
endlich auch um ein Kulturkonzept für die Künstlersiedlung zu
kümmern, machen Kulturamtsleiter Dr. Bandelow und GGW-Chef
Förster genau das, was sie mit ihrem Konzept wohl von Anfang an
bezweckt hatten: Kulturamt und ggw versuchen die
ansässigen Künstler möglichst schnell rauszuschmeißen, um
endlich ihre Eigenheime bauen zu können. Einzelgespräche
mit den Mietern, dienen der ggw allein dazu, den Rauswurf zu
regeln! Dies geht nach unserer Meinung klar aus Herrn Försters
Stellungnahme in der WAZ vom 7.12.2011 hervor:
"Mit fünf Mietern sei das [Führen von Einzelgesprächen]
auch gut gelungen, da sei man auf einem positiven Weg. Zwei
der Künstler ziehen ohnehin weg, bei zwei
weiteren Künstlern sei man in der Endphase, Aufhebungsverträge
zu unterzeichnen und mit einem Künstler würden [ ... ] Gespräche
stattfinden. "Nur drei haben sich bislang geweigert",
bedauert Förster, "obwohl wir mehrfach telefoniert und sie
angeschrieben haben." Den Fristen entsprechend habe man nun
nach einer mündlichen Vorwarnung die Galerieräume, nicht
allerdings die Wohnungen, gekündigt. Die Künstler
hätten zwar Gesprächsbereitschaft signalisiert, aber nur
als Gruppe. Das habe die GGW abgelehnt."
Nach unserer Meinung lassen diese
Aussagen des GGW-Chefs nur einen Schluss zu: Wer nicht
gekündigt werden will, muss eben freiwillig gehen! Das ist es,
was die Stadt unter Gesprächsbereitschaft zu verstehen scheint.
Denn die GGW ist zu hundert Prozent eine Gesellschaft der Stadt.
In ihren Kündigungsschreiben bezieht sich die GGW auf das Konzept
des Kulturamtsleiters Dr. Bandew. Der Bau von Eigenheimen
auf dem Gelände der Künstlersiedlung wird seit eineinhalb Jahren
von Kulturamt und GGW gemeinsam betrieben. Als
Herr Kloth dem ggw-Mitarbeiter Eismann in einem Telefongespräch
am 29.11.2011 erneut erklärte, die Vereinskünstler seien zum
gegenwärtigen Zeitpunkt nur zu einem gemeinsamen Gespräch mit der
ggw bereit, nicht aber zu Einzelgesprächen, knallte Herr
Eismann den Telefonhörer auf die Gabel. Die Kündigung ging am
nächsten Tag raus. Aufgrund
des überhasteten und kompromisslosen Vorgehens der ggw scheint
ein Rechtsstreit nun unvermeidbar. Denn die bereits seit
Jahrzehnten am Halfmannshof lebenden und arbeitenden Künstler
sind nicht dazu bereit, sich einfach rausschmeißen zu lassen. Sie
werden um ihre Wohnungen, ihre Arbeitsplätze
und den Erhalt des achtzigjährigen, mit der Region
verwachsenen und überregional bekannten, einzigartigen
Kulturguts kämpfen. Das Bandelow-Konzept, sieht den Abriss
der Ausstellungshalle, die Beseitigung der
Anziehungspunkte "Schmiede" und "Keramik"
und den Rauswurf aller Künstler aus dem Halfmannshof vor.
Was das mit dem Erhalt des Halfmannshofes als Künstlersiedlung zu
tun haben soll, weiss wohl Herr Bandelow allein. Mit den
jetzt erfolgten Kündigungen hat das Kulturamt mit der Umsetzung
des Bandelow-Konzepts begonnen! Von einem Kulturkonzept
für den Halfmannshof fehlt dagegen nach wie vor jede Spur. Die
Bürgerinitiative "Rettet die Künstlersiedlung
Halfmannshof" kämpft deshalb gegen die Umsetzung des
Bandelow-Konzepts. Sie will den Halfmannshof als
Künstlersiedlung und als Veranstaltungsort für
Kulturveranstaltungen erhalten! Zumindest
lässt das Vorgehen von Kulturamt und ggw nun kaum noch
Raum für Zweifel: Die Stadt hat die Künstlersiedlung als Bauland
entdeckt! Wo am 26./27. November noch der Kunstmarkt
stattgefunden hat, bis zum 25. November die Ausstellung der
Künstlerin Anette Erkelenz lief und im Januar die Ausstellung
"4 Fotografen im Halfmannshof" stattfindet, sollen
spätestens Ende 2012 von der städtischen Baugesellschaft ggw
errichtete Eigenheime stehen. Wohl nicht der Erhalt der
Künstlersiedlung soll mit Herrn Bandelows Konzept erreicht
werden, sondern ihre Umwandlung in eine Wohnsiedlung mit
Künstlerflair. Künstler kann das Kulturamt dabei
scheinbar nicht brauchen, auch nicht wenn sie sich seit
langem um die Kunst in Gelsenkirchen verdient gemacht haben. Und
"Sozialverträglichkeit" ist für das Kulturamt
wohl eben nur ein Wort. Es gehört halt gerade in ein
Baukonzept, in einem Kulturkonzept wäre es überflüssig! So wie
ein Schild mit der Aufschrift "Eltern haften für ihre
Kinder" gerade an eine schlecht gesicherte Baustelle
gehört, um spätere Rechtsfolgen auszuschließen.
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Seit geraumer Zeit versucht die Stadt den
Eindruck zu erwecken, im Halfmannshof würden nur noch drei
Künstler leben und arbeiten. Das ist schlicht falsch. Nach
wie vor sind in der Künstlersiedlung − bis auf das
ehemalige Daniel-Atelier - alle Wohnungen und Ateliers besetzt.
Seit die Stadt sich nicht mehr an die Spielregeln hält, erfolgt
die Vergabe allerdings nicht mehr über Ausschreibungen durch den
Verein, sondern nach völlig untransparenten Kriterien durch das
Kulturamt! In der Künstlersiedlung gibt es
10 Wohnungen und 11 Ateliers, davon 9 Wohnungen und 10
Ateliers im Eigentum der städtischen Wohnungsbaugesellschaft
GGW, an welche die Stadt die Künstlersiedlung 1992 für 1,9 Mio.
EUR verkaufte (oder verschenkte, obwohl die GGW so tut, als habe
sie die Summe zahlen müssen. Bislang weigert sich die Stadt den
Übereignungsvertrag offenzulegen.) Seit der Nachkriegszeit
befindet sich die Buchbinderei im Besitz der Familie Klein. Der
Vater des Buchbinders Dietmar Klein, Heinz Klein, hatte sich beim
Wiederaufbau noch weit stärker engagiert als die übrigen
damaligen Künstler, war dazu aber als bloßer Mieter nicht bereit.
Deshalb schloss er einen Erbpachtvertrag mit der Stadt.
Im Halfmannshof leben nach dem
Weggang von Herbert Daniel und Pedro Malinowski noch 9 Künstler:
Die Vereinsmitglieder Barbara Echelmeyer (Keramik), Rolf John
(Malerei) und Helmut Kloth (Fotografie) sowie die ehemaligen
Vereinsmitglieder Karin und Jiri Hilmar (Objekte), Dietmar Klein
(Buchbinderei), Katja Langer (Grafik/Fotografie), Wolfgang Prager
(Stahlplastiken) und Heiner Szamida (Objekte). Die
ehemalige Malinowski-Wohnung wird von der Stadt mit wechselnden
Schauspielern des Consol-Theaters besetzt, die ehemalige
Daniel-Wohnung hat sie an die Exfrau des Ex-Halfmannshöfers
Malinowski vergeben, der sein mietfreies Atelier
weiternutzt, ohne aber eine Wohnungsmiete zu zahlen. Das
ehemalige Daniel-Atelier steht leer, seit die Stadt es dem Verein
verwehrt, freigewordene Wohnungen und Ateliers neu zu vergeben. Würde
die Stadt die Neuvergabe freier Wohnungen und Ateliers durch den
Verein nicht blockieren, würde sie sich also an die 80-jährige
Verfahrensweise halten, könnte die Künstlersiedlung auf der
Stelle durch 2 und spätestens Ende des Jahres 3 (Weggang Prager)
neue Künstler verjüngt werden. Es ist nicht so, dass die
Konzeption der Künstlersiedlung nicht mehr funktioniert. Es ist
nur so, dass diese Konzeption durch das Verhalten der Stadt seit
2010 unterlaufen wird.
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